Sanierung der Heizungsanlage im Kursaalgebäude

Staatsbad Bad Ems GmbH setzt auf Thermalwasser als hocheffiziente und regenerative Wärmequelle

Die Staatsbad Bad Ems GmbH geht einen weiteren konsequenten Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung: Künftig wird das historische Kursaalgebäude mit Thermalwasser beheizt. Damit nutzt das Unternehmen eine natürliche Ressource aus der Region und stärkt zugleich den Klimaschutz und die Umweltverträglichkeit.

Die Staatsbad Bad Ems GmbH betreibt insgesamt 15 Thermalwasserquellen und verfügt damit über eine außergewöhnliche geothermische Grundlage. Die Nutzung dieses natürlichen Wärmepotenzials ermöglicht eine besonders ökologische, klimafreundliche und nachhaltige Energieversorgung – ganz ohne fossile Brennstoffe. Bereits seit mehreren Jahren wird das Thermalwasser bspw. zur Versorgung der Emser Therme eingesetzt. Auch die Hufeland-Klinik möchte künftig ihre Klinik mit Thermalwasser heizen.

Nun möchte die Staatsbad Bad Ems GmbH ihrer Vorreiterrolle gerecht werden und ihre eigene Liegenschaft ebenfalls mit Thermalwasser heizen. Bereits im Januar 2025 begannen die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen der Zentralheizung im historischen Kursaalgebäude, das neben dem prachtvollen Marmorsaal und seinem stilvollen Foyer auch den Theatersaal sowie ein Restaurant und die Spielbank umfasst.

Ziel des Vorhabens war es, den Heiz-Grundbedarf mit der Energie aus Thermalwasser zu decken. Mit innovativer Technik soll künftig ohne Gas als Primärenergielieferant klimafreundlich geheizt werden.

Dies geschieht nun mittels Wärmetauscher, der dem Thermalwasser die Wärme entzieht und im Anschluss wieder an das Heizungswasser abgibt. So wird eine Heizleistung von ca. 236 kW erzielt. Bei Bedarf schalten sich zwei Wärmepumpen mit je ca. 120 kW zu, die ebenfalls mit der Wärmeenergie des Thermalwassers gespeist werden. Auf diese Weise wird eine Gesamtheizleistung von rund 500 kW erreicht.

Diese hydraulische Meisterleistung und die Umsetzung des Projektes sind der hervorragenden Zusammenarbeit aller Beteiligten zu verdanken, die immer wieder vor neue Herausforderungen gestellt wurden, da die Arbeiten am historischen Baubestand eine sehr genaue Planung und Koordination der einzelnen Gewerke erforderten.

Nach der Entkernung der Keller-Räume durch das Technik-Team der Staatsbad Bad Ems GmbH, wurde im ersten Bauabschnitt ein neuer Heizkreisverteiler mit modernster Steuerung installiert und das gesamte Leitungssystem, über das schließlich das Thermalwasser ins Gebäude gelangt, eingebaut. Die Übergabestation wurde im September 2025 in Betrieb genommen, sodass in der Übergangszeit, während der weiteren Baumaßnahmen, die Beheizung des Gebäudes gewährleistet werden konnte.

Nachdem im Dezember 2025 die alten Heizkessel demontiert waren, wurden in einem zweiten Installations-Abschnitt zwei Wärmepumpen in die neue Steuerung mit Leitstand implementiert. Das Justieren der Anlage erfolgte nahtlos.

Die neue, hochmoderne Heizungsanlage ermöglicht eine effiziente und sparsame Nutzung unserer natürlichen Ressourcen mit einem minimalen Ausstoß an Co². Jüngste Erkenntnisse zeigen, dass das Kursaalgebäude nun zu über 90% regenerativ beheizt wird. Die Staatsbad Bad Ems GmbH hofft auf weitere Nachahmer und ist gerne bereit mit potenziellen Interessenten in Kontakt zu treten.

Bilder von den beiden Wärmepumpen, dem Wärmetauscher und der Heizkreisverteilung:

Screenshot des Leitstands mit dem Steuerungsbereich der Wärmepumpen mit Temperatureinstellungen:

(Fotos: © Staatsbad Bad Ems GmbH)