Arbeiten beginnen ab 1. April
Gut 10 Monate ist es her, da wurde in einer spektakulären Aktion die Spitze des Quellenturms mit einem Kran von der Turmhülle abgenommen. Erforderlich wurde dies zum Rückbau der alten Stahltanks und dem anschließenden Einbau eines Stahlbetonskeletts, um der Turmhülle wieder Stabilität zu geben.
Jetzt ist es soweit: Ab dem 1. April werden Stahlbauer zunächst eine tragende Hilfskonstruktion für den hölzernen Dachstuhl auf dem Gelände vormontieren und die untere Hälfte per Kran auf die Hülle aufsetzen. Im Anschluss erfolgt der Einbau der zugehörigen Gitterrostebene, bevor die obere Hälfte auf den Turm aufgesetzt und verschraubt wird. Spektakulärer wird es aber erst im Anschluss: Soweit der Wettergott mitspielt, werden die Zimmerer zu Beginn der KW 17 (22.04.2025) ihre ebenfalls vorgefertigten Holzkonstruktionen einschließlich Gauben per Kran an ihre Positionen bringen und damit den Dachstuhl auf der tragenden Stahlkonstruktion montieren. Dieser sollte bis zum 25. April fertiggestellt sein.
Der Geschäftsführer der Staatsbad Bad Ems GmbH, Achim Deusner, möchte diesen sichtbaren Step für ein Dankeschön nutzen. “Ich habe allergrößten Respekt vor den Planern und Handwerkern, die hier vor außergewöhnliche und nicht alltägliche Herausforderungen gestellt waren und diese auch gemeistert haben. Es ist sicherlich ein richtiger Zeitpunkt, dafür einmal Dankeschön zu sagen. Das gilt gleichermaßen auch für die beiden Staatsbad-Gesellschafter, das Land Rheinland-Pfalz und die Stadt Bad Ems, die einen Großteil der Kosten tragen. Ohne deren Engagement wäre die umfassende Sanierung nicht möglich.”
Für die Öffentlichkeit nicht wahrnehmbar, haben Rohbauer und Stahlbauer, nach Entfernung der oberen Stahltanks, dem Turm von innen ein stabilisierendes Skelett aus Stahl und Beton verpasst. Dort, wo man vor Monaten noch freien Blick zum Himmel hatte, sind inzwischen 7 Ringbalken, neue Lisenen und ebenso vielen Gitterrostebenen einbetoniert, verankert und eingebaut worden. Weiter geht es mit Dachdeckern, Klempnern und Kunstschlossern, die den Turm mit Schiefer eindecken, Dachrinnen und Turmbekrönung anbringen, bevor in den Wochen danach Fassade, Fenster und auch die unteren Ebenen saniert werden. Wie schon bei allen vorigen Arbeiten, erfolgt auch hier eine stetige Abstimmung mit der Denkmalpflege.
Von außen nicht wahrnehmbar verlaufen bislang auch die Arbeiten an den unterirdischen Bauteilen. Aufgabenstellung ist es, die über Jahrzehnte eingetretene, unkontrollierte Wasserführung der Quellen und der Grundwasser wieder beherrschbar zu machen. Ein Problem, mit dem Ingenieure nach Archivfunden offensichtlich schon 1926 zu kämpfen hatten.
“Unwägbarkeiten wie auf einer Bohrinsel”, so beschreiben Hydrogeologen und Brunnenbauer das, womit sie hier quasi “Unter Tage” konfrontiert sind. Das betrifft auch die Begehung der großen, unterirdischen Reservoire. Mit einem Mix aus sehr viel Erfahrung und ebenso großem Respekt, ist es im ersten Schritt erfolgreich gelungen, die unter Druck stehenden, alten Zuläufe der 4 Neuquellen in der 8 Meter tiefen Maschinenkammer von meterdicken Versinterungen ohne Beschädigung freizulegen, zu öffnen und mit neuen Armaturen zu versehen. Mittels neuer Messeinrichtungen an den Armaturen, können die gewollten und ungewollten Wasserzuläufe ab Ende März bestimmt werden, um das technische Konzept für die unabdingbare Wasserhaltung und eine Nutzung der thermalen Quellen anpassen zu können. Geplante Umsetzung hierzu ist Herbst 2025.