Wo glanzvolle Epochen lebendig werden
Marmorsaal & Kurtheater
Der Marmorsaal
Kursäle waren der Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens in den mondänen Kurorten und sind es auch heute. Bad Ems hatte bereits seit 1696 einen Kursaal und seit 1720 eine Spielbank. Als der nassauische Badeort in die erste Liga der internationalen Kurorte aufstieg, entstand in den Jahren 1836 bis 1839 ein neuer Kursaal. Architekt war Johann Gottfried Gutensohn, der auch in Bad Brückenau, Bad Kissingen und Marienbad Bäderarchitektur schuf. Eine römische Vorstadtvilla der Renaissance diente ihm als Vorbild.
Der festliche Marmorsaal ist das Kernstück des Bauwerks. Sechzehn Säulen aus rötlichem Lahnmarmor tragen das Galeriegeschoss, über dem sich die schöne Kassettendecke mit 49 Feldern erhebt. Der Rankenfries und die Dekorationsmalerei sind ebenfalls an Vorbilder der Renaissance angelehnt. Die Medaillons zeigen Göttermotive der Antike.
Im Marmorsaal bot die Spielbank Unterhaltung für die Gäste. Es gab Bälle, Konzerte und Soireen. Die Stars der internationalen Musikszene traten hier auf, zum Beispiel Franz Liszt, Clara Schumann und Jenny Lind, die hier ein Benefizkonzert zugunsten von Kindern aus armen Bad Emser Familien gab.
Der bekannteste „Megastar“ dieser Epoche war jedoch Jacques Offenbach, dessen Musik die Menschen von Paris bis St. Petersburg faszinierte. Fast jährlich kam er an die Lahn, arbeitete an seinen Welterfolgen und dirigierte kleine Einakter. So wurden acht seiner Welterfolge im Marmorsaal von ihm uraufgeführt.
Der Bekanntheitsgrad seiner Fußstapfen mag groß sein, nah an der qualitativen Messlatte musizieren allerdings auch seine aktuellen NachfolgerInnen. Im Marmorsaal präsentieren wir unserem Publikum auch heute hochwertige und anspruchsvolle Konzerte mit großartigen KünstlerInnen.
Virtueller Rundgang
Das Kurtheater
Das Kurtheater wurde im Winter 1913/14 an den Kursaal angebaut. Es bietet 520 Sitzplätze und ist im Stil des Rokokos gestaltet. Westlich schloss sich der kleine Konzertsaal an. Im ovalen Abschluss zum Kurpark hin bot im Erdgeschoss der Lesesaal viele internationale Zeitungen. Der darüber liegende „Blaue Salon“ mit seiner reichen Ausstattung im Stil des Rokokos und der Kuppel bietet einen schönen Blick über den Kurpark.
Im Jahr 1872 wurden Spielbanken im ganzen Deutschen Reich verboten. Das alte Foyer wurde zum Lesesaal. Erst 1987 erhielt Bad Ems wieder eine Spielbank, die nun im kleinen Konzertsaal von 1914 eingerichtet wurde.
Im Kurtheater gaben bekannte Ensembles und Künstler der jungen Bundesrepublik Gastspiele. Genannt seien etwa das Ohnsorg-Theater, Willy Millowitsch, Maria Schell, Gustav Knuth, die Kessler-Zwillinge und Curd Jürgens. Es gab ein Jacques-Offenbach-Festival, Kino und Karneval.
Das Kurtheater ist nicht nur optisch, sondern auch akustisch ein Juwel. Unser aktuelles Kulturprogramm orientiert sich am Zeitgeist und bedient alle künstlerischen Facetten: Von Schauspiel musikalischen Darbietungen bis zum Ballett. Unsere Bandbreite ist groß und übrigens: Ausgelassenen Karneval feiern wir hier auch!
Ich gestehe, dass ich für Ems eine ganz besondere Vorliebe habe. Nicht nur, dass es die Quelle meiner Gesundheit ist, es regt in mancher Hinsicht auch meine schöpferische Phantasie an.“